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Grafische Darstellung des Leitbildes. Neun Handlungsfelder sind ausgemacht worden, in denen sich die  Richtung der Stadtentwicklung abzeichnen soll.


Fazit der Leitbilddiskussion und workshops:
Zukünftig soll nur noch mit einem Leitbild und mehreren Handlungsfeldern weiter gearbeitet werden. Steht im ISEK 2002 noch „Waren ist schön“ als Überschrift und alle anderen Leitbilder sind in gleicher Weise aufzählend darunter angeordnet, soll nunmehr das Leitbild für Waren (Müritz) sein: „Vom Luftkurort zum Soleheilbad“.
Darunter werden die verschiedenen Bereiche zur Unterstützung dieses Entwicklungszieles auf-gezeigt: Bereich Wohnungsmarkt; Bereich Tourismus und Gewerbe; Bereich Kultur und Soziales
Diesen einzelnen Bereichen wiederum wurden bedeutende Handlungsfelder zugeordnet, aus denen sich dann konkrete Maßnahmen ableiten lassen. Die Stadtvertretung hat für die Hand-lungsfelder zwei Änderungen beschlossen:
a) das Einfügen eines neuen Handlungsfeldes „Jugendfreundliche Stadt“;
b) die Änderung von „autofreie Innenstadt“ zu „verkehrsberuhigte Innenstadt“

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www.staedte-verlag.de

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 Stadtverwaltung - Stadtentwicklung: ISEK


Wettbewerb Stadtumbau Ost
Kurzfassung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes der Stadt Waren (Müritz)

Statistik 

In Waren (Müritz) ist, wie in vielen anderen ostdeutschen Städten auch, ein deutlicher Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Waren (Müritz) hat mit 21.834 Einwohnern mit Hauptwohnsitz im Jahr 2001 gegenüber 1990 rund 2.300 EW (9,4 %) verloren. Seit Mitte der 90er-Jahren hat sich der Einwohnerverlust allerdings deutlich verlangsamt. So beträgt der Rückgang seit 1996 nur noch 2 % und zeigt damit eine im Vergleich zum Land (-2,3%) günstigere Entwicklung auf. Die Verluste sind vor allem auf Wanderungsverluste und nur einem geringeren Teil auf niedrige Geburtenraten zurückzuführen. Nach den Ergebnissen der Bevölkerungsprognose ist in den nächsten Jahren mit einem weiteren, wenn auch abgeschwächten Rückgang der Bevölkerung zu rechnen. Je nach Szenario wird die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2010 um 3 bis 7% abnehmen. Waren (Müritz) wird dann eine Bevölkerung von 20.400 bis 21.300 Einwohnern aufweisen. Damit einher geht eine deutliche Verschiebung in der Altersstruktur. So wird der Anteil der Senioren deutlich zunehmen, während der Anteil der Bevölkerung, der jünger als 50 Jahre ist, rückläufig sein wird.

Anhaltende Einwohnerverluste und Alterstrukturveränderungen gefährden langfristig die Aufrechterhaltung des derzeitigen Angebotes an städtischer Infrastruktur. Bei verschiedenen Einrichtungen ist, insbesondere bei Schulen, in den kommenden Jahren mit steigenden Überkapazität zu rechnen. Angebotsanpassungen werden erforderlich sein. Anderseits werden neue Angebote, z.B. im Seniorenbereich aber auch bei tourismusorientierten Einrichtungen, erforderlich sein.

Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahren ist differenziert  zu betrachten. Die Stadt ist Standort einer Reihe überregional bedeutsamer Unternehmen und hat eine überdurchschnittliche Dienstleistungsfunktion als regionales Verwaltungszentrum und Fremdenverkehrsort. Auch ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 1998 und 2001 um 1,7 % gestiegen. Dennoch liegt die Arbeitslosenquote in der Geschäftsstelle des Arbeitsamtes Waren im Jahr 2001 mit 22,8% etwa vier Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt. Gleichwohl weist Waren (Müritz) im Vergleich zu anderen Städten, wie z.B. Neubrandenburg, eine immer noch günstigere Entwicklung auf. Diese kann sich stabilisierend auf die Einwohnerentwicklung auswirken.

Die Auswirkung des Strukturwandels auf den Wohnungsmarkt sind zz. noch nicht so schwerwiegend wie in anderen Städten. Für den Gesamtwohnungsbestand ist aktuell nach einer Auswertung der Zählerdatei der Stadtwerke von einer Leerstandsquote von knapp 6 % auszugehen. Damit liegt die Leerstandsquote in der Stadt deutlich unter dem Durchschnitt des Landes von gut 10 %. Stadtteile mit überdurchschnittlichem Leerstand sind insbesondere Warenshof und Papenberg I. Auf Grund der in der Zukunft langfristig abnehmenden Zahl der Wohnungsnachfrager ist von weiter steigenden Leerständen auszugehen, insbesondere in jenen Stadtteilen und Gebäudetypen, deren Angebot nicht (mehr) den Wünschen der Nachfrager entspricht und die zudem Image- und Infrastrukturnachteile aufweisen.

Maßgeblich für den Wohnungsbedarf ist die Zahl der Haushalte mit eigenständigem Wohnungsbedarf. Ihre Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf die Nachfrage nach Wohnraum, auch wenn der Rückgang der Haushalte aufgrund zukünftig sinkender Haushaltsgröße kleiner sein wird als der Bevölkerungsrückgang. Bei einem moderat angesetzten Netto-Wohnungszugang (autonomer Wohnungsbau) ist im Jahr 2010 je nach Szenario mit einem Wohnungsüberhang von etwa 300 bis 700 WE zu rechnen. Dieser wird bis 2015  auf rund 600 bis 1.400 WE wachsen. Gleichzeitig wird die Nachfrage nach Wohneigentum an Bedeutung gewinnen. Die Eigentümerquote, heute bereits relativ hoch mit etwa 30 %, wird bis 2010 auf bis zu 33 % und 2015 auf bis zu 35 % ansteigen.

Ausgehend von dem übergeordneten Ziel der Entwicklung Warens zur Kurstadt wurde für die verschiedenen funktionellen Bereiche Der Stadt Leitbilder entwickelt, die das Ziel haben, die vorhandenen Funktionen zu sichern und zu stärken sowie an zukünftige Bedürfnisse anzupassen.

Für den Bereich Wohnen gilt es, den Entstandenden Wohnraumüberhang zu reduzieren und die dauerhaft benötigten Wohnungen zielgruppenorientiert zu sanieren und sie damit den Wohnbedürfnissen künftiger Nachfrager anzupassen sowie die Wohnquartiere insgesamt aufzuwerten. Als Ergebnis der Prognose wird bis zum Jahre 2010 für Waren (Müritz) ein Rückbaubedarf von 200  bis 300 WE sowie ein Modernisierungsbedarf  von mindestens 800 WE bilanziert. Dazu ist von einem weiteren Aufwertungsbedarf im Bereich Wohnumfeld und bei der Anpassung der städtischen Infrastruktur auszugeben.

Um die Zeitziele mit konkreten Maßnahmen zum Stadtumbau umzusetzen, wurden die Stadtteile Warenshof Il sowie Papenberg l als „Umstrukturierungsgebiete mit Priorität“ festgelegt. Langfristig besteht auch für die Stadtteile Waren-West l und II  besonderer Handlungsbedarf („Umstrukturierungsgebiete ohne Priorität“).  Voraussetzung für die Bewertung der einzelnen Stadtteile mit Hilfe eines Indikatorenkatalogs.  Für das Wettbewerbsgebiet Papenberg I wurde vertiefend Analysen  unternommen und ein Stadtteilentwicklungskonzept erstellt. Dessen Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit des Gebiets und der Gesamtstadt sicherzustellen.

Wettbewerbsgebiet Papenberg l

Das Stadtteilgebiet wird derzeit zum überwiegenden Teil für Wohnzwecke genutzt. Im Süden ist eine Fachklinik mit Kurpark entstanden. Ein Kurhotel und die Errichtung  einer Sport- und Freizeiteinrichtung sind geplant.

Im Stadtteil Papenberg l wohnen derzeitig 3.658 Einwohner. Nach den  vorliegenden Zahlen ist bis 2015 mit einem kontinuierlichen Einwohnerrückgang    zu rechnen. Gleichzeitig häufen sich in Teilbereichen sozialen Brennpunkte. Dies macht Maßnahmen zur Umstrukturierung und Aufwertung notwendig.

Die Umstrukturierungsmaßnahmen sehen bis zum Jahre 2010 eine Reduzierung des Wohnangebotes um100 bis 150 WE vor. Weitere 100 bis 150 WE werden bis 2015 vom Markt zu nehmen sein. Gleichzeitig soll durch ein verändertes, an die Bedürfnisse künftiger Wohnungsnachfrager  angepasstes Wohnangebot eine weitere Abwanderung in andere Stadtteile verhindert werden. Aufwertungsmaßnamen  im Wohnungsbestand und im Wohnumfeld dienen der Stabilisierung und der Image- und Attraktivitätssteigerung des Stadtgebiets.

Aufgrund von gegenwärtig laufenden Umstrukturierungen bei den Eigentumsverhältnissen der aus städtebaulichen Gründen für den Rückbau vorgesehenen Gebäude kann derzeit keine Entscheidung hinsichtlich eines Rückbaus getroffen werden. Eine Benennung der Rückbauobjekte ist aus diesem Grund nicht möglich. Die Klärung der Eigentumsverhältnisse wird in den Monaten erwartet.

Das städtische Leitbild für das Wettbewerbsgebiet Papenberg l ist das eines  zentrumsnahen attraktiven Stadtgebiet “über“ den Seen, am Rande Des Müritz-Nationalparkes, mit kurzen Wegen zur Altstadt, zum Hafen und zu den Seen. Ziel ist ein grünes Stadtgebiet, das Kur- und Wohngebiete integriert, mit Kur- und Gesundheitseinrichtungen wie dem geplanten Soleheilbad und Gradierwerk sowie Einrichtungen und Anlagen für aktive Freizeitgestaltung, Erholung und medizinische Betreuung. Das Leitbild betont die exklusive Lage im Stadt- und Landschaftsraum und gibt Raum für eine neue langfristige Entwicklungsmöglichkeit dieses Stadtteils.

Zur Umsetzung des Leitbilds sind die folgenden Maßnahmen notwendig:

  • Entdichtung und Vielfalt
    Reduzierung der Dichte im Kernbereich des Gebietes und Schaffung von Angeboten für das Wohnen in unterschiedlichen Wohn-, Bau- und Eigentumsformen
  • Nachholende Strukturierung
    Verknüpfung und Harmonisierung der Baustrukturen vom Papenberg bis zum Müritzufer mit gestärkten Verbindungslinien zur Altstadt und zu den Ufern
  • Neuorientierung bei der Nutzungsstruktur
    Stärkung der Nutzung für Kureinrichtungen und –anlagen mit der Entwicklung eines Versorgungszentrums für das ganze Teilstadtgebiet

Die einzelnen Maßnahmen sind in sehr unterschiedlicher zeitlicher Abfolge umzusetzen. Grundlage bei der Umsetzung ist die Gesamtstadt Waren (Müritz) zentrale Leitbild „Kur- und Soleheilbad“.

Statistik
 

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