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Wettbewerb Stadtumbau Ost Kurzfassung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes
der Stadt Waren (Müritz)
Statistik
In Waren (Müritz) ist, wie in vielen
anderen ostdeutschen Städten auch, ein
deutlicher Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen.
Waren (Müritz) hat mit 21.834 Einwohnern
mit Hauptwohnsitz im Jahr 2001 gegenüber
1990 rund 2.300 EW (9,4 %) verloren.
Seit Mitte der 90er-Jahren hat sich
der Einwohnerverlust allerdings deutlich
verlangsamt. So beträgt der Rückgang
seit 1996 nur noch 2 % und zeigt damit
eine im Vergleich zum Land (-2,3%) günstigere
Entwicklung auf. Die Verluste sind vor
allem auf Wanderungsverluste und nur
einem geringeren Teil auf niedrige Geburtenraten
zurückzuführen. Nach den Ergebnissen
der Bevölkerungsprognose ist in den
nächsten Jahren mit einem weiteren,
wenn auch abgeschwächten Rückgang der
Bevölkerung zu rechnen. Je nach Szenario
wird die Einwohnerzahl bis zum Jahr
2010 um 3 bis 7% abnehmen. Waren (Müritz)
wird dann eine Bevölkerung von 20.400
bis 21.300 Einwohnern aufweisen. Damit
einher geht eine deutliche Verschiebung
in der Altersstruktur. So wird der Anteil
der Senioren deutlich zunehmen, während
der Anteil der Bevölkerung, der jünger
als 50 Jahre ist, rückläufig sein wird.
Anhaltende Einwohnerverluste und
Alterstrukturveränderungen gefährden
langfristig die Aufrechterhaltung des
derzeitigen Angebotes an städtischer
Infrastruktur. Bei verschiedenen Einrichtungen
ist, insbesondere bei Schulen, in den
kommenden Jahren mit steigenden Überkapazität
zu rechnen. Angebotsanpassungen werden
erforderlich sein. Anderseits werden
neue Angebote, z.B. im Seniorenbereich
aber auch bei tourismusorientierten
Einrichtungen, erforderlich sein.
Die wirtschaftliche Entwicklung der
letzten Jahren ist differenziert zu
betrachten. Die Stadt ist Standort einer
Reihe überregional bedeutsamer Unternehmen
und hat eine überdurchschnittliche Dienstleistungsfunktion
als regionales Verwaltungszentrum und
Fremdenverkehrsort. Auch ist die Anzahl
der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
zwischen 1998 und 2001 um 1,7 % gestiegen.
Dennoch liegt die Arbeitslosenquote
in der Geschäftsstelle des Arbeitsamtes
Waren im Jahr 2001 mit 22,8% etwa vier
Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt.
Gleichwohl weist Waren (Müritz) im Vergleich
zu anderen Städten, wie z.B. Neubrandenburg,
eine immer noch günstigere Entwicklung
auf. Diese kann sich stabilisierend
auf die Einwohnerentwicklung auswirken.
Die Auswirkung des Strukturwandels
auf den Wohnungsmarkt sind zz. noch
nicht so schwerwiegend wie in anderen
Städten. Für den Gesamtwohnungsbestand
ist aktuell nach einer Auswertung der
Zählerdatei der Stadtwerke von einer
Leerstandsquote von knapp 6 % auszugehen.
Damit liegt die Leerstandsquote in der
Stadt deutlich unter dem Durchschnitt
des Landes von gut 10 %. Stadtteile
mit überdurchschnittlichem Leerstand
sind insbesondere Warenshof und Papenberg
I. Auf Grund der in der Zukunft langfristig
abnehmenden Zahl der Wohnungsnachfrager
ist von weiter steigenden Leerständen
auszugehen, insbesondere in jenen
Stadtteilen und Gebäudetypen, deren
Angebot nicht (mehr) den Wünschen der
Nachfrager entspricht und die zudem
Image- und Infrastrukturnachteile aufweisen.
Maßgeblich für den Wohnungsbedarf
ist die Zahl der Haushalte mit eigenständigem
Wohnungsbedarf. Ihre Entwicklung hat
weitreichende Auswirkungen auf die Nachfrage
nach Wohnraum, auch wenn der Rückgang
der Haushalte aufgrund zukünftig sinkender
Haushaltsgröße kleiner sein wird als
der Bevölkerungsrückgang. Bei einem
moderat angesetzten Netto-Wohnungszugang
(autonomer Wohnungsbau) ist im Jahr
2010 je nach Szenario mit einem Wohnungsüberhang
von etwa 300 bis 700 WE zu rechnen.
Dieser wird bis 2015 auf rund
600 bis 1.400 WE wachsen. Gleichzeitig
wird die Nachfrage nach Wohneigentum
an Bedeutung gewinnen. Die Eigentümerquote,
heute bereits relativ hoch mit etwa
30 %, wird bis 2010 auf bis zu 33 %
und 2015 auf bis zu 35 % ansteigen.
Ausgehend von dem übergeordneten
Ziel der Entwicklung Warens zur Kurstadt
wurde für die verschiedenen funktionellen
Bereiche Der Stadt Leitbilder entwickelt,
die das Ziel haben, die vorhandenen
Funktionen zu sichern und zu stärken
sowie an zukünftige Bedürfnisse anzupassen.
Für den Bereich Wohnen gilt es, den
Entstandenden Wohnraumüberhang zu reduzieren
und die dauerhaft benötigten Wohnungen
zielgruppenorientiert zu sanieren und
sie damit den Wohnbedürfnissen künftiger
Nachfrager anzupassen sowie die Wohnquartiere
insgesamt aufzuwerten. Als Ergebnis
der Prognose wird bis zum Jahre 2010
für Waren (Müritz) ein Rückbaubedarf
von 200 bis 300 WE sowie ein Modernisierungsbedarf
von mindestens 800 WE bilanziert.
Dazu ist von einem weiteren Aufwertungsbedarf
im Bereich Wohnumfeld und bei der Anpassung
der städtischen Infrastruktur auszugeben.
Um die Zeitziele mit konkreten Maßnahmen
zum Stadtumbau umzusetzen, wurden die
Stadtteile Warenshof Il sowie Papenberg
l als „Umstrukturierungsgebiete mit
Priorität“ festgelegt. Langfristig besteht
auch für die Stadtteile Waren-West l
und II besonderer Handlungsbedarf
(„Umstrukturierungsgebiete ohne Priorität“).
Voraussetzung für die Bewertung
der einzelnen Stadtteile mit Hilfe eines
Indikatorenkatalogs. Für das Wettbewerbsgebiet
Papenberg I wurde vertiefend Analysen
unternommen und ein Stadtteilentwicklungskonzept
erstellt. Dessen Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit
des Gebiets und der Gesamtstadt sicherzustellen.
Wettbewerbsgebiet Papenberg l
Das Stadtteilgebiet wird derzeit
zum überwiegenden Teil für Wohnzwecke
genutzt. Im Süden ist eine Fachklinik
mit Kurpark entstanden. Ein Kurhotel
und die Errichtung einer Sport-
und Freizeiteinrichtung sind geplant.
Im Stadtteil Papenberg l wohnen derzeitig
3.658 Einwohner. Nach den vorliegenden
Zahlen ist bis 2015 mit einem kontinuierlichen
Einwohnerrückgang zu
rechnen. Gleichzeitig häufen sich in
Teilbereichen sozialen Brennpunkte.
Dies macht Maßnahmen zur Umstrukturierung
und Aufwertung notwendig.
Die Umstrukturierungsmaßnahmen sehen
bis zum Jahre 2010 eine Reduzierung
des Wohnangebotes um100 bis 150 WE vor.
Weitere 100 bis 150 WE werden bis 2015
vom Markt zu nehmen sein. Gleichzeitig
soll durch ein verändertes, an die Bedürfnisse
künftiger Wohnungsnachfrager angepasstes
Wohnangebot eine weitere Abwanderung
in andere Stadtteile verhindert werden.
Aufwertungsmaßnamen im Wohnungsbestand
und im Wohnumfeld dienen der Stabilisierung
und der Image- und Attraktivitätssteigerung
des Stadtgebiets.
Aufgrund von gegenwärtig laufenden
Umstrukturierungen bei den Eigentumsverhältnissen
der aus städtebaulichen Gründen für
den Rückbau vorgesehenen Gebäude kann
derzeit keine Entscheidung hinsichtlich
eines Rückbaus getroffen werden. Eine
Benennung der Rückbauobjekte ist aus
diesem Grund nicht möglich. Die Klärung
der Eigentumsverhältnisse wird in den
Monaten erwartet.
Das städtische Leitbild für das Wettbewerbsgebiet
Papenberg l ist das eines zentrumsnahen
attraktiven Stadtgebiet “über“ den Seen,
am Rande Des Müritz-Nationalparkes,
mit kurzen Wegen zur Altstadt, zum Hafen
und zu den Seen. Ziel ist ein grünes
Stadtgebiet, das Kur- und Wohngebiete
integriert, mit Kur- und Gesundheitseinrichtungen
wie dem geplanten Soleheilbad und Gradierwerk
sowie Einrichtungen und Anlagen für
aktive Freizeitgestaltung, Erholung
und medizinische Betreuung. Das Leitbild
betont die exklusive Lage im Stadt-
und Landschaftsraum und gibt Raum für
eine neue langfristige Entwicklungsmöglichkeit
dieses Stadtteils.
Zur Umsetzung des Leitbilds sind
die folgenden Maßnahmen notwendig:
- Entdichtung und Vielfalt
Reduzierung
der Dichte im Kernbereich des Gebietes
und Schaffung von Angeboten für
das Wohnen in unterschiedlichen
Wohn-, Bau- und Eigentumsformen
- Nachholende Strukturierung
Verknüpfung
und Harmonisierung der Baustrukturen
vom Papenberg bis zum Müritzufer
mit gestärkten Verbindungslinien
zur Altstadt und zu den Ufern
- Neuorientierung bei der Nutzungsstruktur
Stärkung
der Nutzung für Kureinrichtungen
und –anlagen mit der Entwicklung
eines Versorgungszentrums für das
ganze Teilstadtgebiet
Die einzelnen Maßnahmen sind in sehr
unterschiedlicher zeitlicher Abfolge
umzusetzen. Grundlage bei der Umsetzung
ist die Gesamtstadt Waren (Müritz) zentrale
Leitbild „Kur- und Soleheilbad“.
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